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 Institut für Geowissenschaften
Letzte Änderung
27.01.2009
 

Marine Geowissenschaften und Paläontologie



Evolution und Marine Klimageschichte


In den Sedimentschichten am Meeresboden werden über Jahrmillionen hinweg Informationen über Wechsel von Klima und Ozean abgespeichert. Sie werden von der Marinen Paläoklimaforschung und Paläontologie in Einzelschritten von Jahren bis Jahrtausenden erforscht, um die Beziehung und Wechselwirkung zwischen Biosphäre, Ozean und Atmosphäre darzustellen und daraus Modell-Vorhersagen abzuleiten.

Eiszeitliche Meeresoberflächentemperatur im Nordost-Atlantik vor 30-14 tausend Jahren im Vergleich zum Temperaturverlauf auf Grönland (GISP Eisbohrkern)
Die Forschung am Kieler Institut konzentriert sich auf die folgenden Grundfragen:
  • Welche Prozesse steuern im Ozean die laufenden natürlichen Klimawechsel der Vergangenheit bis heute?
  • Wie schnell?
  • Welchen Einfluß hat das Öffnen und Schließen von Ozeanpassagen?
  • Welchen Einfluß haben diese Wechsel auf die marinen Organismen und ihre Evolution?
Von der seismischen "Geschichte" zur Beprobung der Sedimentschichten in einem Kern auf einem Forschungsschiff, um die gespeicherte Klimainformation zu entschlüsseln.

Marine Geochemie


Ein Schwerpunkt der Arbeitsgruppe "Marine Geochemie" liegt in der Erforschung geochemischer Stoffkreisläufe im System Meeresboden - Ozeanwasser - Atmosphäre.
Gebiete besonders aktiver Stoffumsätze sind die Hydrothermalgebiete an Spreizungszonen. Sie sind charakterisiert durch:
  • spektakuläre schwarze und weiße Raucher, an denen bis zu 360°C heiße Lösungen austreten
  • hydrothermale Mineralisationen und Erzabscheidungen
  • Austritte von Treibhausgasen, wie CO2 und Methan

Tauchbooteinsatz im Nordatlantik vor Island

Schwarzer Raucher
Aber auch Intraplatten- und Inselbogenvulkane, wie z.B. Tahiti bzw. Tonga im Pazifischen Ozean, werden untersucht, um Hinweise zu bekommen über:
  • die schmelzentstehung im Erdmantel
  • die Entwicklung der Erdkruste
  • die Dynamik des Erdinneren

Küsten und Flachwasser


Zwei Drittel der Weltbevölkerung leben weniger als 50 km von der Küste entfernt. Küstenzonen und Schelfmeere sind Schlüsselgebiete im Hinblick auf Klimaänderungen und menschliche Aktivitäten. Küsten und Flachwasser sind ein besonderer Schwerpunkt am IfG. Der globale Klimawandel zeigt sich im Anstieg des Meeresspiegels sowie in der Zunahme der Sturmfluthäufigkeiten und -intensität. Natur und Nutzung durch den Menschen bewirken eine rasche Umgestaltung der Küste. Untersuchungen der:
  • natürlichen Schwankungen des Meeresspiegels und der
  • Sedimentdynamik im Küsten und Schelfbereich bilden die Voraussetzung, um
  • Änderungen in der Küstenentwicklung aufzuzeigen und
  • Vorhersagen für das Küstenmanagement zu treffen.
Wissenschaftliche Fragen erfordern oft den Einsatz von Forschungstauchern, die am IfG seit mehr als 30 Jahren ausgebildet werden.

Taucher bei der Beprobung von Gasaustritten vor Milos, Griechenland.