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 Paläontologie und Historische Geologie
Letzte Änderung
11.03.2009
 

Ostrakoden: Systematik, Ökologie, Verbreitung und Implikationen

Ostracoden sind kleine, zweiklappige Crustaceen (Muschelkrebse). Sie kommen in allen aquatischen Lebensräumen vor einschließlich der hypersalinen Bereiche, die für andere Organismen lebensfeindlich sein können. Sie häuten sich sieben mal bevor sie ihr adultes Stadium erreichen. Die Verbreitung und Häufigkeit von Ostracoden-Arten werden durch eine Vielzahl von Umweltparametern bestimmt, zu welchen die Salinität, Temperatur, Nährstoffverfügbarkeit, Bathymetrie und die Art des Substrats zählen. Traditionell werden Ostracoden in Sedimentkernen für die Bewertung des relativen Alters (Biostratigraphie) und die Rekonstruktion vergangener Umweltbedingungen (Paläoökologie) genutzt. Dieses geschieht vornehmlich durch Berücksichtigung der Änderungen in der Zusammensetzung der fossilen Ostracodenfauna in Sedimentkernen in Abhängigkeit von Salinität und Bathymetrie. Diese Methoden wurden u.a. verwendet für die Rekonstruktion relativer Meeresspiegeländerungen; sie werden zunehmend benutzt in der Geoarchäologie.


Als sensitive Indikatoren für chemische Verunreinigungen des Wasser und des Sedimentbodens speziell in Zusammenhang mit Öl-Verschmutzung macht die Ostracoden zu einem wichtigen Werkzeug für die Angewandte Ökologie.



Bosasella pitalia (Hu, 1981) rezent von Sunda Schelf



Aglaiocypris pellucida Mostafawi, 2003, rezent aus dem Persischen Golf, unter Auflicht. Hier werden die Auswirkungen der Erdölverschmutzung im Persischen Golf, hervorgerufen durch Ölklumpen nach dem Golfkrieg im Jahre 1991 anschaulich gemacht.


A. Shale, weiblich, Sicht von links; B. Schale, mänlich, Sicht von rechts.



Distribution and ecology of the Recent ostracods in the Java Sea, Indonesia