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 Sedimentologie, Küsten- und Schelfgeologie
Letzte Änderung
12.04.2012
 

Abgeschlossene Projekte

(Auswahl)

Holozäne Küstenentwicklung, Meeresspiegelschwankungen und terrigene Sedimentation am Kontinentalschelf bei Toliara (Itafy - St. Augustin), SW-Madagaskar


Das Gesamtziel der geplanten Untersuchungen liegt in der Rekonstruktion und Bilanzierung der zur Zeit noch wenig bekannten Küstenentwicklung und der Meeresspiegelschwankungen an der Südwestküste von Madagaskar während des Holozän sowie in der Analyse der heute ablaufenden hydro- und sedimentdynamischen Prozesse am Kontinentalschelf.



Regenerierung von Materialentnahmestellen in der Nord- und Ostsee


Laufzeit: 1999 bis 2002


Der Abbau mariner Sand- und Kieslagerstätten hat naturgemäß Änderungen der Topographie und Sedimentbedeckung des Meeresboden zur Folge. Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurden an ausgewählten Entnahmegebieten in Nord- und Ostsee die räumliche und zeitliche Dimension der Prozesse untersucht, die eine Regenerierung der Lagerstätten kontrollieren. Das Vorhaben basiert auf einem sedimentologisch-hydrographischen Messprogramm mit saisonalen Wiederholungsaufnahmen sowie der Auswertung vorhandener Datenbestände, um die morpho- und sedimentdynamische Entwicklung bei der Ausbeutung von Massenrohstofflagerstätten vergleichen und bewerten zu können. Neben Fragen zur Art der physikalischen Prozesse und zeitlichen Dimension der Umgestaltung sind Größe der beanspruchten Ausgleichsflächen und Auswirkungen auf die natürlichen Sandtransportsysteme im Hinblick auf den küstennahen Sedimenthaushalt von zentralen Interesse.



Vereisungsgeschichte der West- und Ostantarktis in Beziehung zu den globalen Meeresspiegel- und Klimaschwankungen (ODP Legs 178, 188)


Laufzeit: 2000 bis 2001


Im Rahmen dieses Auswerteprojekts von ODP-Kernen vom west- und ostantarktischen Kontinentalrand mit Hilfe eines Multiproxy-Parameteransatzes (Korngrößenvariationen, mineralogische Zusammensetzung der Grob- und der Tonfraktion, Produktivitätsindikatoren) sollen offene Fragen zur känozoischen Vereisungsgeschichte beantwortet werden, wobei Volumenänderungen der antarktischen Eisschilde, die Bestimmung von Eisrandlagen sowie die Tiefen- und Bodenwasserzirkulation im Südpolarmeer im Vordergrund stehen.



Sedimentdynamik und Küstenentwicklung im Mündungsgebiet des Rio Acu (Rio Grande do Norte, Nordost-Brasilien)


Laufzeit: 1998 bis 2000


In enger Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Partnerinstitut, Departamento de Geologia der Universität Natal wurde mit sedimentologischen Untersuchungen an der Mündung des Rio Acu und der westlich und östlich anschließenden Atlantikküste begonnen. Aus der Untersuchung von Schwermineralen in ihrer flächenmäßigen und stratigraphischen Verteilung konnten von der Flußmündung ausgehend wichtige Tracer für die Erfassung der Sedimentdynamik, vor allem des küstennahen Sedimenttransports in der benachbarten Küstenzone und der Dispersion des fluviatilen Eintrags am Innenschelf gewonnen werden.



Känozoische Geschichte der Vereisung und der Meeresspiegelschwankungen der Antarktis (Antarctic Peninsula ODP Leg 178)


Laufzeit: 1998 bis 1999


In diesem Projekt wird neues Datenmaterial zur bisher noch nicht ausreichend erklärten känozoischen Vereisungsgeschichte mit ihren glazio-eustatisch kontrollierten Meeresspiegelschwankungen im pazifischen Kontinentalhangbereich der Antarktis vorgelegt. Dazu standen Sedimente aus neun ODP Bohrungen in einem Transekt vom Schelf biszur Tiefsee zur Verfügung. Die Arbeiten konzentrierten sich auf die Rekonstruktion des Sedimentationsgeschehens im Bereich der Tiefsee seit dem Obermiozän. Die Sedimente der Bohrungen sind durch glazial erodierten, terrigen dominierten partikeleintrag charakterisiert. Die Akkumulation in den Driftkörpernerfolgt im Wechsel von kontinuierlicherhemipelagisch und glazial geprägter Sedimentation.



Einfluss von Steiluferabbrüchen an der Ostsee auf die Prozessdynamik angrenzender Flachwasserbereiche


Laufzeit: 1995 bis 1999


In diesem Vorhaben wurden Modellvorstellungen über die Wechselwirkungen zwischen den hydrodynamischen Kräften in Form von Seegang und Strömungen, dem Rückgang von Steilufern, der Vertiefung der vorgelagerten Schorre und dem anschließenden Sedimenttransport entwickelt werden. Die Untersuchungen erfolgten in den drei unterschiedlich exportierten Küstenabschnitten Schleswig-Holsteins, Schönhagen, Heiligenhafen und Brodten.



Sedimentologische Untersuchungen im Rotliegenden bei Bebertal (Sachsen-Anhalt)


Laufzeit: 1997 bis 1999


Ausgehend von einer geologischen Kartierung wurde in einigen Steinbrüchen der Flechtinger Bausandstein des Oberrotliegenden sedimentologisch untersucht, um dessen Eigenschaften als Erdölspeichergestein zu erfassen. Die einzelnen dreidimensional erfaßbaren Sedimentkörper wurden überwiegend als Barchane oder barchanoide Transversaldünen klassifiziert. Die einzelnen Dünenkörper mit großdimensionalen Foreset-Schrägschichtungsblättern erstrecken sich horizontal über mindestens 50 Meter, erreichen Höhen von 2.5 Meter und wurden bei vorherrschend Nordost-Winden gebildet. Petrographisch ist der Flechtinger Bausandstein als Litharenit bis arkosereicher Litharenit einzustufen. Aus den Porositäts- und Permeabilitätsuntersuchungen läßt sich ein Zusammenhang zwischen Verminderung der axialen Permeabilität und zunehmender Laminationsdichte ableiten, vor allem an Grenzflächen mit starker Grainfall-Lamination, welche Permeabilitätsbarrieren bilden.



Sedimentdynamik im Amazonas-Mündungsgebiet


Laufzeit: 1993 bis 1996


Im Mündungsgebiet des Amazonas (Einmündung Rio Xingu - Macapa - Estreitos de Breves - Nordkanal - Südkanal) wurden flachseismische und seimentologische Untersuchungen durchgeführt. Das Gebiet stellt einen hochenergetischen Sedimentationsraum dar, in dem im Jahresgang nach bathymetrischen und seismischen Befunden große Mengen an Sediment abgetragen, transportiert und abgelagert werden. In Phasen mit erhöhter Wasserführung läßt sich nach direkter Beobachtung, seismischen Profilen und Suspensionsmessungen verstärkte Erosionsaktivität nachweisen. Aus der Interpretation der seismischen Untersuchungen in Verbindung mit der umfangreichen Beprobung der Oberflächensedimente konnte eine Sedimentverteilungskarte des Mündungsgebietes erstellt werden, die das Vorherrschen sandiger Sedimente im gesamten Mündungsgebiet dokumentiert. Schwermineralverteilungen und geochemische Analysen (Haupt- und Spurenelemente) der Oberflächensedimente geben Hinweise auf die Herkunft der Sedimente: Die Signatur der Anden im Ursprungsgebiet des Amazonas-Systems wird im Mündungsgebiet zu großen Teilen vom Sedimenteintrag aus den stark verwitterten präkambrischen Schilden im Norden und Süden des Amazonas überdeckt. Einige AMS-14C Datierungengeben wichtige Hinweise zum Verlauf der postpleistozänen Transgressionsgeschichte im Amazonas-Mündungssystem.



Sedimentologie und Entwicklung des Turpan-Beckens in Nordwestchina


Laufzeit: 1993 bis 1996


Aus der Lithofazies, der Petrologie und Geochemie von Sandsteinen wurde die Entwicklungsgeschichte des Turpan Beckens vom Perm bis zum Miozän rekonstruiert. Herzynische tektonische Bewegungen leiten die Beckenbildung im Perm verbunden mit starker Subsidenz und grobklastischer Sedimentation ein. Trias und Jura bestehen aus fluviatil-lacustrinen Sedimenten, die im Grenzbereich Jura/Kreide von grobklastischen Sedimenten in der Folge der Yanshan-Tektogenese abgelöst werden. Während der Kreide wurden überwiegend lakustrine Sedimente abgelagert, die wiederum im Tertiär von fluviatilen Sedimenten überlagert werden, welche im Zusammenhang mit der Orogenese des Himalaya stehen, die eine Heraushebung der umgebenden Liefergebiete und eine neuerliche Subsidenzphase im Turpan-Becken selbst verursacht.



Projekt ODER (Oder Discharge - Environmental Response): Sedimentdynamik und Stoff-Flüsse in der Oder-Rinne und im südlichen Arkona-Becken


Laufzeit: 1993 bis 1995


Bei der Untersuchung oberflächennaher Sedimente wurden die Schwerpunkte auf hochauflösende Sidescan Sonar Kartierung und deren Auswertung sowie auf die sedimentologische Untersuchung von Kastengreifer-Proben gelegt. Mit Hilfe der akustischen Kartierung konnten detaillierte Ergebnisse von Oberflächenmorphologie und -strukturen gewonnen werden. In Kombination mit der Auswertung der Kastengreiferproben zeigte sich, daß die Sedimentakkumulation durch Sturmflutsedimentation gesteuert und durch Schleppnetzfischerei teilweise wieder zerstört wird. Wegen dieser ereignisabhängigen Sedimentation können keine kontinuierlichen Sedimentations/Akkumulationsraten errechnet werden, welche für die in weiterer Folge geplanten 210Pb-Datierungen der jüngsten Sedimente vorausgesetzt werden müssen. Die Korrelation von Sedimentkernen ist nur teilweise über Sturmflutlagen möglich.