Forschungstauchzentrum:
Das Tauchen als Methode der naturwissenschaftlichen Forschung läßt
sich in seinen Ursprüngen bis in das vergangenen Jahrhunderts
zurückverfolgen. Der französische Zoologe MILNE-EDWARDS unternahm
1844 im Hafen von Milazzo erste Tauchversuche mit einem
schlauchversorgten Helmtauchgerät.
Seither hat sich die Technik in der Unterwasserbeobachtungs- und
Meßtechnik rasant entwickelt. Aber auch wenn heute die moderne
Meeresforschung über bemannte Tauchboote und unbemannte
Unterwasserroboter verfügt, womit sich Beobachtungs-, Mess- und
Geräteinstallationen durchführen lassen, sind immer noch viele
wissenschaftliche Aufgaben geblieben, die den Einsatz von
Forschungstauchern unverzichtbar machen. Es sind aber nicht nur die
Aufgaben an sich, sondern auch örtliche Gegebenheiten (Untiefen,
Brandungszone, extreme Flachwasserbereiche), die den Einsatz von
Unterwasserrobotern oder Tauchbooten nicht zulassen. Die zu bewältigenden
Aufgaben sind auch hier nur durch wissenschaftliche Taucher leistbar.
Forschungstaucher dürfen bis zu Wassertiefen von 50 m arbeiten. Ihre
hochspezialisierte Ausrüstung macht sie von der Wassertemperatur
unabhängig. Ihr Einsatzort reicht von den Polargebieten bis in tropische
Breiten, vom Salzwasser bis zu Süßwasserseen. Teilweise müssen sie unter
widrigen Bedingungen, wie Welleneinwirkung, Strömung oder auch
unzureichende Sichtbedingungen, dann nur auf ihren Tastsinn
vertrauend, ihre Aufgaben durchführen oder auch zu Beobachtungs-
oder Meßzwecken mehrere Stunden an einem Ort verbleiben.
Die Forschungstauchgruppe am Institut für Geowissenschaften der
Universität Kiel ist interdisziplinär ausgerichtet. Ihr gehören Vertreter aller
unter Wasser arbeitenden Fachrichtungen von der Archäologie über die
Biologie, Physik, Geographie, Geologie bis hin zur Tauchmedizin an.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Kerstin Schrottke (wissenschaftlicher Leiter)
Die Kieler Forschungstauchgruppe
Forschungsschiff LITTORINA