zur Projektübersicht
Hinweis auf wässrige CH4-haltige Fluide
während der Hochdruckmetamorphose in Subduktionszonen-Eklogiten
des Raspas-Komplexes, Ecuador
|
Projektleiter:
|
P. Herms
V. Schenk
|
|
Mitarbeiter:
|
R. Halama
T. John
|
|
Förderung:
|
Teilprojekt C1 des SFB 574 "Volatiles and Fluids in Subduction
Zones"
|
Um ein besseres Verständnis von der Rolle der fluiden Phase in
Subduktionszonen-Milieus zu erhalten, ist die Kenntnis der
Zusammensetzung und des Fluid/Gesteins-Verhältnisses von
Hochdruckfluiden Voraussetzung. Fluideinschlüsse sind erhaltene
Relikte einer Fluide, die während verschiedener Stadien des
Subduktions-Zyklus anwesend war. Fluideinschlüsse
repräsentieren somit die einzigen direkten Hinweise auf das
Vorhandensein einer ursprünglichen Paläofluiden.
|
Geologische Karte des Raspas-Metaophiolith- Komplexes, Ecuador
(modifiziert nach Gabriele et al. 2003)
|
Fluideinschluß-Untersuchungen wurden in Eklogiten des Raspas
Complexes in Ecuador durchgeführt. Assoziiert mit den Eklogiten sind
Metapelite, Blauschiefer und Peridotite, z.T. serpentinisiert (Gabriele et al.
2003, Eur. J. Min. 15: 977-989). Der Komplex, der als Metaophiolith
angesehen wird, repräsentiert ozeanische Lithosphäre, die bis zu
Tiefen von ca. 70 km subduziert wurde. Geochemisch können drei
Eklogittypen unterschieden werden: mittelozeanische Rückenbasalte
(MORB), ozeanische Inselbasalte (OIB) und metasomatisch veränderte
Eklogite. Die metasomatisch beeinflußten Eklogite werden von
Zoisit-Adern durchzogen, die die ehemaligen Fluidbahnen
repräsentieren. In allen geochemisch unterschiedlichen Eklogit-Typen
konnten primäre Fluideinschlüsse in Omphazit, Zoisit, Granat und
Quarz untersucht werden.
Erste Ergebnisse mikrothermometrischer Untersuchungen sowie
Ramanspektroskopie haben ergeben, daß die primären
Fluideinschlüsse in den eklogitfaziellen Mineralen eine relativ
homogene Fluidzusammensetzung im System
H2O-NaCl-CH4 aufweisen. Ramanspektroskopie
kombiniert mit einem Heiz- und Kühltisch ermöglichen die
genaue Bestimmung der Schmelztemperatur von Eis und
CH4-Klathraten, woraus eine niedrige Salinität der
untersuchten primären
H2O-NaCl-CH4-Fluideinschlüsse bestimmt
werden kann. Ein einheitliches Volumen der Gasblase in allen primären
Einschlüssen in eklogitfaziellen Mineralen deuten auf homogene
Einschlussbedingungen hin. Viele Fluideinschlüsse enthalten kleinste
Kriställchen, von denen die meisten durch Ramanspektroskopie als
Calcit identifiziert wurden. In mm-dünnen eklogitfaziellen Zoisit-Adern
treten neben dem oben erwähnten Fluideinschlusstyp wasserfreie
CH4-Einschlüsse mit Spuren an Äthan sowie
Graphit auf. Breite Zoisit-Adern, z.T. mit zwickelfüllendem Albit
müssen später bei fallenden Drücken entstanden sein.
Fluideinschlüsse in den Ader-Zoisiten weisen die gleiche homogene
Fluidzusammensetzung im System H2O-NaCl-CH4
auf, was auf eine homogene Fluidzusammensetzung während des
eklogitfaziellen Stadiums sowie während der anschließenden
Heraushebung deutet. Solch eine homogene wässrige
Fluidzusammensetzung kann am besten erklärt werden durch eine
wässrige Fluid-Infiltration von einer externen Quelle, wo
Entwässerungen von OH-haltigen Mineralen stattfinden.
Deserpentinisierung des unterlagernden ozeanischen Mantels könnte
eine realistische Quelle der freigesetzten infiltrierenden H2O-
und CH4-Fluide sein. Dieses Modell wird dadurch
unterstützt, daß die serpentinisierten Peridotite von Ecuador,
geochemisch als verarmte MORB-Mantel-Peridotite definiert, ebenfalls
subduziert wurden, wobei sie eklogitfazielle Bedingungen erreichten.
Ein Vergleich mit eklogitfaziellen Fluidzusammensetzungen anderer
Eklogit-Komplexe zeigt, daß CH4-haltige, niedrig-salinare
wässrige Fluide eher die Ausnahme sind. Nur im Dabie-Sulu Gebiet im
östlichen China (Fu et al. 2003, J. Metam. Geol. 21: 561-578) wurden
ebenfalls CH4-haltige Fluideinschlüsse mit prä-
bis syn-peakmetamorphem Ursprung identifiziert. Fu et al.(2003) haben die
Bildung von Methan mit der Serpentinisierung von Peridotiten vor oder
während der Subduktion in Verbindung gebracht.

Omphazit mit primären Fluideinschluß-Anhäufungen im
Kern
|

Primäre Fluideinschlüsse im Omphazit,
parallel zur c-Achse orientiert
|
zur Projektübersicht