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 Metamorphe und Magmatische Petrologie
Letzte Änderung
14.10.2008
 

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Hinweis auf wässrige CH4-haltige Fluide während der Hochdruckmetamorphose in Subduktionszonen-Eklogiten des Raspas-Komplexes, Ecuador

Projektleiter: P. Herms
V. Schenk
Mitarbeiter: R. Halama
T. John
Förderung: Teilprojekt C1 des SFB 574 "Volatiles and Fluids in Subduction Zones"


Um ein besseres Verständnis von der Rolle der fluiden Phase in Subduktionszonen-Milieus zu erhalten, ist die Kenntnis der Zusammensetzung und des Fluid/Gesteins-Verhältnisses von Hochdruckfluiden Voraussetzung. Fluideinschlüsse sind erhaltene Relikte einer Fluide, die während verschiedener Stadien des Subduktions-Zyklus anwesend war. Fluideinschlüsse repräsentieren somit die einzigen direkten Hinweise auf das Vorhandensein einer ursprünglichen Paläofluiden.


Geologie von Ecuador
Geologische Karte des Raspas-Metaophiolith- Komplexes, Ecuador
(modifiziert nach Gabriele et al. 2003)


Fluideinschluß-Untersuchungen wurden in Eklogiten des Raspas Complexes in Ecuador durchgeführt. Assoziiert mit den Eklogiten sind Metapelite, Blauschiefer und Peridotite, z.T. serpentinisiert (Gabriele et al. 2003, Eur. J. Min. 15: 977-989). Der Komplex, der als Metaophiolith angesehen wird, repräsentiert ozeanische Lithosphäre, die bis zu Tiefen von ca. 70 km subduziert wurde. Geochemisch können drei Eklogittypen unterschieden werden: mittelozeanische Rückenbasalte (MORB), ozeanische Inselbasalte (OIB) und metasomatisch veränderte Eklogite. Die metasomatisch beeinflußten Eklogite werden von Zoisit-Adern durchzogen, die die ehemaligen Fluidbahnen repräsentieren. In allen geochemisch unterschiedlichen Eklogit-Typen konnten primäre Fluideinschlüsse in Omphazit, Zoisit, Granat und Quarz untersucht werden.


Erste Ergebnisse mikrothermometrischer Untersuchungen sowie Ramanspektroskopie haben ergeben, daß die primären Fluideinschlüsse in den eklogitfaziellen Mineralen eine relativ homogene Fluidzusammensetzung im System H2O-NaCl-CH4 aufweisen. Ramanspektroskopie kombiniert mit einem Heiz- und Kühltisch ermöglichen die genaue Bestimmung der Schmelztemperatur von Eis und CH4-Klathraten, woraus eine niedrige Salinität der untersuchten primären H2O-NaCl-CH4-Fluideinschlüsse bestimmt werden kann. Ein einheitliches Volumen der Gasblase in allen primären Einschlüssen in eklogitfaziellen Mineralen deuten auf homogene Einschlussbedingungen hin. Viele Fluideinschlüsse enthalten kleinste Kriställchen, von denen die meisten durch Ramanspektroskopie als Calcit identifiziert wurden. In mm-dünnen eklogitfaziellen Zoisit-Adern treten neben dem oben erwähnten Fluideinschlusstyp wasserfreie CH4-Einschlüsse mit Spuren an Äthan sowie Graphit auf. Breite Zoisit-Adern, z.T. mit zwickelfüllendem Albit müssen später bei fallenden Drücken entstanden sein. Fluideinschlüsse in den Ader-Zoisiten weisen die gleiche homogene Fluidzusammensetzung im System H2O-NaCl-CH4 auf, was auf eine homogene Fluidzusammensetzung während des eklogitfaziellen Stadiums sowie während der anschließenden Heraushebung deutet. Solch eine homogene wässrige Fluidzusammensetzung kann am besten erklärt werden durch eine wässrige Fluid-Infiltration von einer externen Quelle, wo Entwässerungen von OH-haltigen Mineralen stattfinden. Deserpentinisierung des unterlagernden ozeanischen Mantels könnte eine realistische Quelle der freigesetzten infiltrierenden H2O- und CH4-Fluide sein. Dieses Modell wird dadurch unterstützt, daß die serpentinisierten Peridotite von Ecuador, geochemisch als verarmte MORB-Mantel-Peridotite definiert, ebenfalls subduziert wurden, wobei sie eklogitfazielle Bedingungen erreichten.


Ein Vergleich mit eklogitfaziellen Fluidzusammensetzungen anderer Eklogit-Komplexe zeigt, daß CH4-haltige, niedrig-salinare wässrige Fluide eher die Ausnahme sind. Nur im Dabie-Sulu Gebiet im östlichen China (Fu et al. 2003, J. Metam. Geol. 21: 561-578) wurden ebenfalls CH4-haltige Fluideinschlüsse mit prä- bis syn-peakmetamorphem Ursprung identifiziert. Fu et al.(2003) haben die Bildung von Methan mit der Serpentinisierung von Peridotiten vor oder während der Subduktion in Verbindung gebracht.


Omphazit

Omphazit mit primären Fluideinschluß-Anhäufungen im Kern


Fluideinschluss

Primäre Fluideinschlüsse im Omphazit,
parallel zur c-Achse orientiert



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