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 Seismologie
Letzte Änderung
23.04.2013
 

Arbeitsgruppe Seismologie

Die Seismologie nutzt seismische Wellen, um seismische Ereignisse zu lokalisieren, ihre Anregung oder den Aufbau der Erde zu untersuchen.

Seismologie kommt aus dem Griechischen und bedeutet Erdbebenkunde. 

 

Weiterhin können seismische Wellen durch Massenbewegungen in Ozeanen, Vulkanen oder Gletschern oder durch Strömung von Fluiden angeregt werden. Auch im Zusammenhang mit Bergbau oder geothermischer Energiegewinnung können seismische Ereignisse induziert werden. 

 

Seismische Wellen werden gezielt künstlich angeregt, um die Erdkruste, Lagerstätten oder den oberflächennahen Untergrund zu untersuchen. Seismische Wellen werden auch eingesetzt, um zerstörungsfrei Bauwerke oder Bauteile zu untersuchen. 

Registrierungen seismischer Wellen enthalten Informationen über ihre Anregung wie über das Medium durch das sie sich ausbreiten. Die Analyse seismischer Wellen kann daher zur Überwachung natürlicher oder induzierter Erdbebenaktivität, zur Erkundung von Herdvorgängen oder zur Abbildung des Erdinneren (seismischer Tomographie) genutzt werden.

 

 

Forschungsthemen der Arbeitsgruppe Seismologie:

1. Seismische Tomographie 
Die Inversion langperiodischer Wellenformen bietet die Möglichkeit, dreidimensionale Modelle der S-Wellengeschwindidkeit für die Lithosphäre und den oberen Mantel zu berechnen. Die Berechnung anisotroper Modelle, die effiziente, automatisierte Bearbeitung großer Datensätze, der Zusammenhang zwischen Deformation der Lithosphäre und Anisotropie sind Gegenstand methodischer Arbeiten. Neben der Wellenformtomographie können Parameter der Wellenformen wie Laufzeiten, die Polarisation von Raumwellen oder Gruppen- und Phasengeschwindigkeiten von Oberflächengrundmoden bestimmt und invertiert werden. Von speziellem Interesse sind die Erkundung des oberen Mantels in Europa, dem Mittelmeerraum und in den Skanden bzw. im Gebiet der Trans-Europäische Suturzone.

2. Untersuchungen mittels Ultraschall
Untersuchungen mit Ultraschall nutzen meist die Laufzeiten der erst ankommenden P-Welle. Eine Herausforderung ist es, die gesamte Ultraschallwellenform zu analysieren. Mit Oberflächenwellen können die oberen Zentimeter eines Gegenstandes untersucht werden. Dabei geht es um die Bestimmung elastischer Moduln mittels Messungen an der Oberfläche und um das Erkennen von Verwitterungsschichten.

3. Untersuchung von Seismizität 
Den Zustand aktiver Verwerfungen zu charakterisieren, ist eine wichtige Aufgabe aktueller geophysikalischer Untersuchungen. Die Lokalisierung von Seismizität, die Untersuchung der seismischen Kopplung und die Analyse der Clusterung seismischer Aktivität tragen wesentlich zum Verständnis der physikalischen Eigenschaften aktiver Verwerfungen bei. Von speziellem Interesse ist die Untersuchung der Seismizität in der Ägäis, dem seismisch aktivsten Gebiet in Europa.